ARBEITEN AUF PAPIER & SCULPTUR

Herman Baeten, Helmut Gutbrod, Angelique van Wesemael,Matthias Beckmann, Rachel Kohn

Ausstellung 3. September bis 29. Oktober 2009
Eröffnung: Mittwoch, 2. September 2009, 19 Uhr

Es sprechen
Bernhard S. Elias
Deutches Wohnen AG

Christoph Tannert
Künstlerhaus Bethanien

Ausstellungsleiter
Karl-Hans Schumacher



GEHAG FORUM - Deutsche Wohnen AG
Mecklenburgische Str. 57
14197 Berlin
030 897 86 0
Montag - Freitag 9-19 Uhr

Mit Herman Baeten, Helmut Gutbrod und Angelique van Wesemael haben sich drei in Berlin lebende Künstler zusammengefunden, die sich in ihren künstlerischen Positionen mit dem grafischen Hochdruck beschäftigen
und diesem in der heutigen Kunst eher seltenen Ausdrucksmittel neue Aktualität verleihen.

Der aus Belgien stammende Grafiker Herman Baeten zeigt sich in seinen minimalistischen Holz- und Linolschnitten als strenger Ästhet, der immer wiederkehrende Formen und Linien lebendig werden lässt. Die Verwandlung dieser Lineaturen deutet auf eine verschlüsselte Formensprache hin, die neugierig macht, ein Geheimnis zu entdecken. Etwas Wieder-kehrendes, Variierendes und gleichzeitig Tanzendes gibt den Arbeiten eine besondere eigene Klangfarbe. Eine gekrümmte Form, eine zarte Farbe genügen, um Sprache und Musik zu assoziieren. Es könnten Noten oder Schriftzeichen sein, mit denen der Künstler seine eigene grafische Poesie entwickelt.

Helmut Gutbrod entfaltet in seinen Holz- und Linolschnitten eine transparente grafische Partitur aus tonal abgestimmten Farbflächen und scherenschnittartig reduzierten figuralen Elementen. Oft integriert er Nyloprints, die auf Aktfotografien basieren und gestaltet sie durch Positiv-/Negativumwandlung als abstrakte Licht- und Schattengebilde.
Die Körperausschnitte scheinen wie Röntgenaufnahmen lichtdurchflutet und wirken entrückt und nah zugleich. Gegenwärtigkeit ist auf diesen Hautlandschaften festgehalten: wie geronnene Zeitspuren hinterlassen sie
einen Widerhall von Vergänglichkeit und Lebendigkeit.

Im Mittelpunkt der Arbeit von Angelique van Wesemael stehen menschliche Figuren - eigentümlich schemen- und puppenhaft gestaltet - denen tierhafte Wesen gegenübergestellt sind: Hunde, die rundgebogen zu surrealen Fahrgestellen mutieren, oder ornamentale Flächen aus Käfern und Insekten, die dem Körper einbeschrieben sind oder die Personen bekleiden.
Auf den ersten Blick wirken die Szenen auf ihren Holz- und Linolschnitten wie vertraute Kindheitserinnerungen, aber von Nahem betrachtet schleicht sich eine bedrohliche Grundstimmung ein, die diese scheinbare Idylle durchzieht.